Gletscherbahn Kaprun 3, Gipfelbahn sowie ehemalige GBK 1

Foto: F. Quintus

Ausgangspunkt für den Bau der Gletscherbahnen im Kapruner Tal war die Errichtung der Kraftwerksanlagen in den Hohen Tauern. Diese Anlagen wurden immer mehr zum Anziehungspunkt für Touristen, in den Wintermonaten lockte das Kitzsteinhorn die Skifahrer, auch für den Sommer versprach dieses Gebiet uneingeschränktes Skifahrvergnügen. Ein Glücksfall war es hierbei, dass Wilhelm Fazokas, ein Ingenieur und Werksgruppenleiter der Tauernwerke Bürgermeister von Kaprun wurde. Seine Erfahrungen mit den Besuchern der Energieanlagen konnte er für die Entwicklung des Ortes sowie des gesamten Tales nutzen. Am 1.8.1963 wurde unter Beteiligung der Tauernkraftwerke die Gletscherbahnen Kaprun AG gegründet. Nach gründlichen geologischen Untersuchungen entschloss man sich, den Gletscher mittels einer Großkabinen-Pendel-Luftseilbahn in drei Sektionen zu erschließen. Aus Kostengründen wählte man für die beiden unteren Sektionen die relativ seltene Lösung eines durchgehenden Zugseils. Die Gesamtstrecke musste akkurat durch die Zwischenstation halbiert werden. An dieser Stelle entstand die Winkelstation Salzburger Hütte. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass sich in der Winkelstation das Zugseil kreuzte. Dadurch befanden sich die jeweiligen "Anschlusswagen" immer auf der gleichen Bahnsteigseite, was die Umsteigezeit verkürzte. Außerdem besaßen die beiden unteren Sektionen keine Tragseilspanngewichte, da der Schotteruntergrund und der Grundwasserspiegel bei der Talstation sowie der Felsenuntergrund die Schachtherstellung unverhälnismässig verteuert hätten. Allerdings mussten die fehlenden Spanngewichte durch einen höheren Tragseildurchmesser sowie durch eine höhere Tragseilqualität erkauft werden. Außerdem erforderten die um Poller geschlungenen Tragseile einen erhöhten Wartungsaufwand. Am 11. Dezember 1965 wurden die beiden unteren Abschnitte der Pendelbahn eröffnet. Bis ca. 1990 erfolgte der Transport von Personen durch die Anlagen. Danach wurde der Bereich Talstation - Winkelstation abgetragen, die Beförderungsaufgaben übernahmen die unterirdische Standseilbahn sowie Umlaufseilbahnen. Die Sektion Winkelstation - Krefelder Hütte dient auch heute noch innerbetrieblichen Transportverkehren.

Die obere Sektion (später auch als Gletscherbahn Kaprun III bezeichnet) wure ein Jahr nach Eröffnung der beiden unteren Sektionen in Dienst gestellt. Zwischen Krefelder Hütte und der Gipfelstation liegt das Schmiediger Keese. Man entschloss sich, dieses Gebiet mit zwei Spannfeldern zu überbrücken, unterteilt werden diese durch die höchste Seilbahnstütze der Welt. "Der Rumpf der Stütze besteht aus einer senkrechten Stahlröhre von 2200 mm Durchmesser, die von außen durch 4 parabolische  Streben aus Rohren von 500 mm Durchmesser versteift wurden. ... Darüber hinaus sind die senkrechten Streben aller 10 m mit der Röhre durch waagerechte sternförmige Streben verbunden. ... Im Inneren der mittleren Röhre befinden sich eine Stahlleiter  und ein Aufzug für Revisionen und Reparaturen." /Hons, J.: Bergbahnen der Welt. a.a.O. S. 255/. Die Stütze ist auf einem gewaltigen Betonblock mit einer Diagonalen von 24 m gelagert, welcher wiederum auf einen Felszahn, der an dieser Stelle aufragt, gegründet ist.

Von der Bergstation Kitzsteinhorn bietet eine Standseilbahn den Skifahrern die Möglichkeit, das Skigebiet am Gipfel zu erreichen.

Betreiber:            

   

Gletscherbahnen Kaprun

Kontakt:               

   

www.kitzsteinhorn.at

  Sektion 1 Kapruner Thörl  - Salzburger Hütte Sektion 2 Salzburger Hütte - Krefelder Hütte Sektion 3 Krefelder Hütte - Kitzsteinhorn NW-Grat

Eröffnung:              

11.12.1965 11.12.1965

26.11.1966

Umbau:                   

1981 (1990 abgebaut) 1981

1981

Höhe Talstation

928 1897,5

2453 m

Höhe Bergstation

1897,5 2452

3029 m

Höhendifferenz:      

   

576 m

schräge Länge:       

   

2208 m

maximale Neigung: 

   

42,00 %

Fahrbetriebsmittel: 

2 2

2 zu je 60 Personen

Geschwindigkeit:    

   

10 m/s

Fahrtdauer.              

   

8,5 min

Herstellerfirmen:    

Waagner-Biro Waagner-Biro

Elin, Waagner-Biro, Swoboda

                                   

Gipfelbahn

System:                                  

Standseilbahn (Schrägaufzug)

Eröffnung:                                    

04.01.1990

Höhe Talstation Skigebiet:          

2928 m

Höhe Bergstation Kitzsteinhorn: 

3020 m

Höhenunterschied:                        

92 m

schräge Länge:                             

257 m

maximale Neigung:                       

37,80 %

Fahrbetriebsmittel:                      

1 für 30 Personen

Geschwindigkeit:                         

5,0 m/s

Fahrtdauer:                                  

1 min

Kapazität:                                    

500 Personen / Stunde

Baufirmen:                                   

Doppelmayr, Swoboda

Besonderheit: Talstation ist "schwimmend" auf dem Gletscher gelagert

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Bilder 1 und 2: Talstation der zweiten Pendelbahnsektion. Bild 3: Wagen Materialseilbahn. Bild 4: Ausfahrt der Materialseilbahn aus der Bergstation. Bilder 5 und 6: Kommandopult Materialseilbahn. Bild 7: Blick aus dem Kommandoraum. Bilder 8 - 14: Ausstellung zum Bau der Pendelbahnen. Bild 15: Blick zur Krefelder Hütte. Bild 16: Station Krefelder Hütte. Bild 17: Ausfahrt Talstation Sektion 3. Bild 18: Einfahrt Bergstation Sektion 3. Bild 19 und 20 :Talstation Sektion 3. Bild 21: Ausfahrt Bergstation. Bild 22: Wagen. Bilder 23 - 25: welthöchste Seilbahnstütze. Bild 26: Blick aus dem Kommandoraum der Sektion 3. Bilder 27 - 31: Schrägaufzug. Bild 32 und 37: Eingang zur Sektion 3. Bild 33: Wagen vor der Bergstation. Bild 34 und 35: Bedienfeld im Wagen. Bild 36: Wagen Sektion 3. Bild 38: Seile. Bild 39 und 40: Fahrpult Sektion 3. Bild 41: im Vergleich dazu: Fahrpult der ehemaligen GBK 2 Bild 42: Bremse. Bild 43: Seilendbefestigung. Bild 44 und 45: Seilführung. Bild 46 und 47: Antrieb.

Fotos: F. Quintus: 1, 2, 4, 5, 6, 7, 15, 16, 17, 18, 21, 27, 28, 29, 32; M. Schuster: 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 23; E. Schurr: 3, 19, 20, 21, 22, 24, 25, 26, 30 - 47